Mittwoch, 2. Dezember 2009

Michail Pirgelis


Alles klebt am Boden. Aber der Himmel träg sich selbst. Seine Wölbung verteilt sein Gewicht wie der Rundbogen einer Brücke. Nur nicht auf Pfeiler, sondern wieder auf sich selbst und wieder zurück. Der Himmel ist autark und doch nur in Symbiose mit der Erde denkbar. Der Rest der Welt klebt am Boden. Die Widrigkeiten der physischen Existenz pappen die Massen aneinander. Welche Konstituante hat dieses Kleben legitimiert? Keine!
Die Gesetze des Universums sind Diktat. Michail Pirgelis leistet Widerstand. Er zeigt uns Gegenstände die Teil des Himmels waren (und manche haben sogar vor, es wieder zu werden). Das Material seiner Arbeiten wurde gebaut, damit wir abheben können und dem ewigen Kleben entkommen. Der demokratische Gedanke scheint ihm dabei wichtig. So benutzt er ausschließlich Passagierflugzeuge, denn Militärflugzeugteile haben diese Aura nicht.
Seine Kunst ist Vorbild dafür, über uns selbst hinaus zu wachsen. Die Objekte sind Manifestationen eines zivilen Ungehorsams gegen das „Aneinanderpappen der Massen“. Protest gegen die Grenzen unserer Existenz und für deren Überschreitung.
Und sie sehen auch noch ganz gut aus.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen